Regelleistung – die schnellste Erlösquelle
Die Vermarktung von Regelleistung ist für viele Batteriekraftwerke die wichtigste und lukrativste Erlösquelle. Das europäische Stromnetz benötigt ständig Reserven, die bei Frequenzabweichungen sofort aktiviert werden können. Batteriekraftwerke sind dafür ideal geeignet – sie reagieren schneller als jede alternative Technologie.
Die drei Regelleistungsmärkte
| Produkt | Reaktionszeit | Aktivierung | Ausschreibung |
|---|---|---|---|
| FCR (Primärregelung) | ≤ 30 Sekunden | Automatisch (frequenzabhängig) | Wöchentlich (PICASSO) |
| aFRR (Sekundärregelung) | ≤ 5 Minuten | Automatisch (zentraler Regler) | Täglich (MARI) |
| mFRR (Tertiärregelung) | ≤ 12,5 Minuten | Manuell durch ÜNB | Täglich (TERRE) |
Präqualifikation
Für alle Regelleistungsprodukte ist eine Präqualifikation beim zuständigen Übertragungsnetzbetreiber erforderlich. Die Anforderungen umfassen Mindestleistung, Reaktionszeitnachweis, Fernwirkbarkeit und Betriebsdokumentation. Für FCR gilt ein Mindestangebot von 1 MW.
Revenue Stacking in der Praxis
Professionelle Batteriekraftwerk-Betreiber kombinieren Regelleistungsvermarktung mit Arbitrage und ggf. weiteren Erlösquellen. Ein intelligentes EMS koordiniert alle Märkte in Echtzeit: Wenn kein FCR-Abruf erfolgt, nutzt das EMS die freie Energie für Arbitrage. Das maximiert die Gesamtrendite ohne zusätzlichen Verschleiß.
Erlöspotenziale
FCR-Erlöse schwanken erheblich: In knappen Zeiten können Leistungspreise von über 10.000 EUR/MW/Woche erreicht werden, in Zeiten hohen Angebots sinken sie deutlich. Für eine belastbare Wirtschaftlichkeitsrechnung sollte mit konservativen Werten (2.000–4.000 EUR/MW/Woche) kalkuliert werden. Mehr zur Wirtschaftlichkeit: Wirtschaftlichkeit von Batteriekraftwerken.
Weiterführende Informationen und persönliche Beratung
Für individuelle Fragen und weiterführende Fachinformationen wenden Sie sich direkt an Solartechnik Bayern – Ihren zertifizierten Fachbetrieb und Gutachter für Batteriespeichersysteme in Bayern.